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… beginnt oft mit einem Denkfehler 

Wir sprechen heutzutage viel über den Wandel der Arbeit. Über künstliche Intelligenz, Automatisierung, neue Jobs und verlorene Jobs. Dabei denken wir oft in überholten Mustern: Es geht nicht primär darum, welche Arbeit verschwindet. Es geht darum, dass sich unsere jahrzehntelang gültige Beziehung zwischen Arbeit und Wertschöpfung gerade grundlegend verändert.

Über Jahrzehnte war das Prinzip einfach:

Mehr Arbeit = mehr Output = mehr Einkommen = mehr Wohlstand

Diese Gleichung beginnt nun zu zerbrechen.

Künstliche Intelligenz kann heute in Sekunden Ergebnisse erzeugen, für die früher Stunden oder Tage notwendig waren. Ein einzelner Mensch kann mit den richtigen Werkzeugen eine Wirkung entfalten, für die früher ganze Teams benötigt wurden. Wertschöpfung entsteht deshalb zunehmend unabhängig von der eingesetzten Arbeitszeit.

Vor diesem Hintergrund wirken politische Forderungen nach längeren Arbeitszeiten oder der Streichung von Feiertagen wie eine Themaverfehlung. Nicht die Zahl der Arbeitsstunden entscheidet künftig über den Wohlstand einer Volkswirtschaft, sondern die Produktivität jeder einzelnen Stunde.

Der Wandel betrifft alle Berufe

Oft wird so getan, als betreffe diese Entwicklung nur Programmierer, Berater oder andere klassische Wissensarbeiter. Das Gegenteil ist der Fall. Nahezu jede Branche kann ihre Produktivität deutlich steigern.

Arzt

  • KI unterstützt bei Diagnosevorschlägen und der Auswertung medizinischer Befunde.
  • Interpretation, Verantwortung und Empathie bleiben beim Arzt.

Nicht der Arzt wird ersetzt – sondern ein Teil seiner Routinearbeit wird deutlich effizienter, schneller und besser.

Handwerk

  • Angebote, Kalkulationen, Materialplanung oder Dokumentation lassen sich weitgehend automatisieren.
  • Die eigentliche Arbeit auf der Baustelle bleibt menschlich.

Gerade im Handwerk werden die Produktivitätsgewinne häufig unterschätzt.

Gesundheits- und Pflegedienstleistungen

Auch Pflegekräfte oder Therapeuten profitieren erheblich von intelligenten Assistenzsystemen. Dokumentation, Terminplanung, Informationssuche und Kommunikation lassen sich deutlich beschleunigen (siehe Beitragsbild).

Die gewonnene Zeit kommt dort an, wo sie den größten Nutzen stiftet: beim Menschen.

Verwaltung

  • Standardprozesse und Anträge werden automatisiert.
  • Entscheidungen, Abwägungen und Verantwortung bleiben beim Menschen.

Wir digitalisieren heute häufig noch Formulare. Die eigentliche Aufgabe besteht jedoch darin, ganze Prozesse neu zu denken.

Die eigentliche Botschaft lautet deshalb: Nicht Menschen werden überflüssig. Ineffiziente Arbeitsabläufe werden überflüssig.

Wertschöpfung wird neu definiert

Für fast jeden Beruf gilt künftig: Nicht die gesamte Wertschöpfungskette verschwindet. Aber die Stellen, an denen Wert entsteht, verschieben sich. 

  1. Skalierung Nicht mehr die investierte Zeit bestimmt den Output, sondern die Fähigkeit, Wissen, Prozesse oder Inhalte zu skalieren. Wer Systeme entwickelt oder KI intelligent nutzt, erzielt mit gleichem Zeitaufwand ein Vielfaches der bisherigen Wirkung.
  1. Kontrolle über die Kundenschnittstelle Wertschöpfung konzentriert sich dort, wo der Zugang zum Kunden kontrolliert wird. Plattformen, Marken und Communities gewinnen weiter an Bedeutung, weil sie entscheiden, welche Angebote sichtbar werden.
  1. Vertrauen wird zur neuen Währung Wenn Inhalte jederzeit automatisch erzeugt werden können, wird Glaubwürdigkeit knapp. Menschen orientieren sich künftig weniger an Informationen als an vertrauenswürdigen Quellen. Vertrauen wird damit zu einem der wichtigsten wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren. 
  1. Technik und Fachwissen verbinden Die Gewinner werden diejenigen sein, die
  • Technologien verstehen,
  • Fachwissen besitzen,
  • Systeme kombinieren und
  • Komplexität verständlich machen können.

KI ist nur die halbe Revolution

Die eigentliche Revolution ist nicht technologisch. Sie ist organisatorisch. Neue Werkzeuge entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn auch Prozesse, Verantwortlichkeiten und Führung neu gedacht werden. Unternehmen, die KI lediglich als zusätzliche Software einführen, werden nur einen kleinen Teil ihres Potenzials ausschöpfen.

Die größten Produktivitätssprünge entstehen dort, wo Technologie mit besseren Abläufen, klareren Verantwortlichkeiten und moderner Führung zusammenkommt. Technologie vervielfacht gute Organisation – sie ersetzt sie nicht.

New Work braucht mehr Führung – nicht weniger

Flexible Arbeitsformen wie Homeoffice zeigen diese Entwicklung besonders deutlich. Die Diskussion wird häufig so geführt, als stünde Vertrauen im Gegensatz zu Führung. Das Gegenteil ist richtig: Wo Ziele unklar, Verantwortlichkeiten unscharf und Ergebnisse kaum messbar sind, entstehen zwangsläufig Reibungsverluste – unabhängig davon, ob Mitarbeiter im Büro oder zuhause arbeiten.

New Work bedeutet deshalb nicht weniger Führung. New Work bedeutet bessere Führung. Nicht die Anwesenheit muss gesteuert werden, sondern die Wirkung.

Organisationen werden künftig deutlich stärker datenbasiert arbeiten. Sie planen anhand klarer Ziele, definieren transparente Kennzahlen und schaffen regelmäßiges Feedback. Dadurch entstehen Eigenverantwortung, Orientierung und gleichzeitig ein wesentlich besseres Controlling. Führung entwickelt sich damit von der Kontrolle der Arbeitszeit hin zur Steuerung von Ergebnissen.

KI als Leistungsbooster

Einzelne Personen oder kleine Teams erreichen heute bereits eine Produktivität, die früher großen Organisationen vorbehalten war. Der entscheidende Wettbewerbsvorteil entsteht künftig weniger durch Größe als durch Geschwindigkeit, Lernfähigkeit und den intelligenten Einsatz neuer Werkzeuge. Mitarbeiter, die technisches Verständnis mit fachlicher Kompetenz verbinden, werden zu den wichtigsten Leistungsträgern jeder Organisation.

Der Wandel verläuft nicht gleichzeitig

Diese Veränderungen treffen Branchen, Unternehmen und Generationen unterschiedlich schnell. Das Alte verschwindet häufig schneller, als das Neue entsteht. Genau dieses Ungleichgewicht erzeugt die Spannungen, die wir derzeit überall beobachten.

Der technologische Fortschritt entwickelt sich deutlich schneller als die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Für viele Menschen fühlt sich dieser Übergang deshalb unbequem an. Für diejenigen, die den Wandel aktiv gestalten, entstehen dagegen enorme Chancen.

Nur mit Fleiß kein Preis

Die vielleicht größte Veränderung ist keine technologische, sondern eine kulturelle.

Wir müssen einige tief verankerte Überzeugungen hinterfragen:

  • Fleiß führt nicht automatisch zu Wohlstand.
  • Arbeitszeit ist nicht automatisch Leistung.
  • Leistung ist nicht automatisch Wertschöpfung.

Die entscheidende Frage lautet künftig nicht mehr: „Wie viel arbeite ich?“

Sondern: „Welche Wirkung erzeuge ich mit meiner Arbeit?“

Fazit

Die Zukunft der Arbeit entscheidet sich nicht daran, ob wir genügend Arbeitsplätze schaffen. Sie entscheidet sich daran, ob wir verstehen, dass sich die Logik der Wertschöpfung verändert hat.

Sehr viele aktuelle Berufe werden bestehen bleiben. Sie werden jedoch mit anderen Werkzeugen, anderen Organisationsformen und anderen Führungsprinzipien ausgeübt werden. Wer diese Entwicklung früh erkennt, wird produktiver arbeiten, schneller lernen und erfolgreicher sein als Wettbewerber, die lediglich versuchen, mit den Methoden der Vergangenheit die Zukunft zu bewältigen.

 

Die Zukunft der Arbeit beginnt mit einem neuen Verständnis von Leistung, Führung und Wertschöpfung.

 

Deutschland im Frühsommer 2025. Die Wahlen liegen hinter uns. Die neue Regierung steht in den Startlöchern. Die Menschen im Land sind gespannt: Kommen wir aus der Stagnation? Gelingt es uns, das gewohnte deutsche Wirtschaftswachstum wieder anzufachen? Kanzler Merz fordert, dass die Deutschen dafür nicht nur mehr, sondern auch effizienter arbeiten müssen. Aber was bedeutet das konkret für unsere Arbeitswelt, für unsere Berufsbilder, für unsere Zukunft?

Mehr, weniger, effizienter, flexibler?

Die Welt rüttelt sich gerade neu zurecht und wird morgen ganz anders aussehen, als wir das lange Zeit gewohnt waren. Wir werden uns anders fortbewegen. Wir werden uns anders ernähren. Wir werden anders wohnen, anders kommunizieren und wir werden natürlich auch anders arbeiten. Wir sind schon mittendrin in diesem Wandel.

Arbeit neu bewertet und gestückelt

Verschiedene Definitionen von Arbeit deuten darauf hin, dass es sich bei Arbeit um eine geplante, zielgerichtete körperliche oder geistige Tätigkeit handelt, die dazu dient, Einkommen für den Lebensunterhalt zu erzielen.

Arbeitnehmer bieten Arbeit an. Arbeitgeber kaufen sie ein. Arbeit ist ein Gut, das auf dem Arbeitsmarkt gehandelt wird. Dieser Markt durchlebt momentan erhebliche Veränderungen. Die Zukunft der Arbeit? Dürfte so aussehen:

  1. Angebot und Nachfrage atomisieren und individualisieren sich. Das erleben wir beispielsweise schon bei Medien oder Konsumartikeln.
    • Wir kaufen keine ganzen Zeitungen mehr, sondern nur noch bestimmte Artikel, in digitaler Form, wann und wo wir wollen.
    • Wir bestellen vom Smartphone aus, was uns gefällt, und sind nicht mehr angewiesen auf Kataloge oder Geschäfte.

Das bedeutet für den Arbeitsmarkt: Die klassische Stückelung nach Arbeitstagen wird zum Auslaufmodell. Für die Bereitstellung von Arbeitsleistung in Form von Anwesenheit werden immer weniger Unternehmen bezahlen. Sie erwarten vielmehr, dass Aufgaben in einer bestimmten Zeit mit einer messbaren Mindestqualität erledigt werden. Gleiches gilt auf Arbeitnehmerseite: Immer weniger, allen voran die qualifizierten Arbeitnehmer werden Anwesenheit zwischen 9 und 17 Uhr anbieten wollen. Sie wollen flexibel arbeiten und bezahlt werden für das, was sie erledigen.

Die Folge ist: Wir werden Arbeit immer mehr nach Zielen, Leistungen und Effizienz bewerten und bezahlen müssen und nicht mehr nach Anwesenheit oder Arbeitstagen.

  1. Die Welt ist der Markt – und nicht das Dorf, die Stadt, der Landkreis. Wir bestellen Waren aus allen Ländern der Welt via Internet. Warum sollte Arbeit da eine Ausnahme sein? Viele Arbeitsleistungen kaufen wir heute schon weltweit ein: Forschung, Entwicklung, Beratung, Datenanalyse etc. Im demographischen Wandel mit schrumpfendem Arbeitsangebot kann es eine gute Lösung sein, Arbeitsleistung in anderen Ländern einzukaufen. Dies bietet sich an für Arbeiten, die nur geringer Qualifikation und keiner persönlichen Nähe bedürfen, oder auch für vorwiegend digitale Aufgaben.
  2. Alles, was digitalisierbar ist, wird digitalisiert. Wir Deutschen haben uns mit einem defensiven, skeptischen Umgang in Sachen Digitalisierung ins Hintertreffen manövriert. Der Digitalisierung ist das egal. Sie schreitet trotzdem voran. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die sich dem digitalen Wandel verweigern, werden den Anschluss verlieren. Das gilt nicht nur für Bürojobs. Das gilt auch für Industrie, Produktion, Landwirtschaft, Pflege, Gastronomie – alle Branchen haben Potential dank Digitalisierung effizienter und zukunftsfähig zu werden.

Wir haben nicht mehr die Wahl, ob wir diese Herausforderungen annehmen. Wir können nur noch entscheiden, wie wir ans Ziel kommen wollen: ausgemergelt und abgeschlagen oder in Top-Form im Spitzenfeld.

Best Ager sind keine Fast Mover

2024 waren rund 50,4% der deutschen Bevölkerung 50 Jahre und älter (Statistisches Bundesamt). Ich bin mit 59 einer davon. In dieser alternden Gesellschaft mit hohem Durchschnittsalter ist der Veränderungswille strukturell schwächer ausgeprägt – auch, weil viele Menschen in der zweiten Lebenshälfte sicherheitsorientiert agieren. Sie wollen den Status Quo im Kern halten mit leichten Optimierungen, wenn diese Sinn machen und Nutzen stiften – für sie. Man kann sich leicht vorstellen, dass unsere Gesellschaft nicht viel Dynamik entfalten kann, wenn die Hälfte auf der Bremse steht.

Dazu kommt, dass diese starke Mehrheit 50plus von Politik und Medien laufend hofiert wird. Bloß nichts gegen die Alten sagen! Immer schön nett sein und Rentenerhöhungen versprechen! Statt diesem Einlullen bräuchten wir einen Weckruf. Einen erneuten, ordentlichen Ruck, der durchs Land gehen sollte.

Digitale Defizite

Wir müssen die Jungen fördern. Sie sollen den Ton angeben und das Tempo machen. Die letzten 15 Jahre zeigen ein paar Gemeinsamkeiten mit der jüngsten Fußballgeschichte: 2014 war Deutschland noch Weltmeister. Danach haben wir zu lange an alten Spielern und Methoden festhalten und wurden in den folgenden Weltmeisterschaften 2018 und 2022 sauber durchgereicht. Erst der neue Bundestrainer Nagelsmann scheint in der Lage, das Ruder rumreißen zu können. In der Gesellschaft und Arbeitswelt passierte im Grunde das gleiche – nur in größerem Stil. Ob Kanzler Merz Nagelsmann-Qualitäten hat, bleibt noch zu beweisen.

Wenn wir die Alten immer im Glauben lassen, sie wären weiterhin das wichtigste Rad am Wagen, unterfordern wir deren Bereitschaft zur realistischen Selbsteinschätzung und der anschließenden notwendigen Verbesserung ihrer Kompetenzen. Die Realität schaut nämlich so aus: Laut D21 Index zeigen nur etwa 20% der Menschen 50+ eine digitale Souveränität, die über Alltagsnutzung hinausgeht. In der Form, dass sie digitale Anwendungen produktiv nutzen würden. Dass sie Kompetenz hätten, damit Aufgaben und Probleme zu lösen. Dass sie Datenschutz so gut kennen würden wie die Verkehrsregeln – und nicht jedes Mal vor Angst zittern, wenn Sie auf dem Daten-Highway unterwegs sind.

Der aktuelle digitale Fitness-Zustand ist nicht ausreichend, um in den neuen Arbeitsmärkten als Arbeitnehmer attraktiv zu sein. Meist reicht das nicht einmal, um privat in einer zunehmend digitalen Welt zurecht zu kommen. Gleichzeitig gehen empörte Aufschreie durch die sozialen Medien, wenn jemand trotz 50 Bewerbungen keinen Job bekommt. Mit 55 habe man keine Chance mehr im Arbeitsmarkt? Mit 55 schon, aber halt nicht mit 55 ohne wettbewerbsfähige digitale Kenntnisse.

Maschinen helfen Menschen

Alle automatisierbaren und digitalisierbaren Arbeiten werden – getrieben bzw. erzwungen durch den weltweiten Wettbewerbsdruck und den voranschreitenden Einzug der KI – von Maschinen übernommen. Menschliche Arbeitskraft wird sich zusehends verlagern zu Arbeiten mit höherer Qualifikation. Dies gilt verstärkt in Ländern, wo der demographische Wandel zu schrumpfendem Arbeitsangebot führt. Also auch in Deutschland und Europa. Das Bild zu diesem Beitrag zeigt eine 24/7 Metzgerei-Laden im niederbayerischen Plattling. Der läuft rund um die Uhr auch ohne Metzgereifachverkäufer.

Qualifizierte Arbeitnehmer werden sich aussuchen können, wo sie für wen arbeiten wollen. Ihre gute Ausbildung gepaart mit Flexibilität und Mobilität machen sie unabhängig.

Viele Berufe könnten eine erhebliche Entlastung von nervigem, zeitraubendem Verwaltungskram oder umständlichen Prozessen erfahren. Wieviel effizienter wäre die Arbeitswelt von Polizei oder Krankenhäusern, wenn sie den hohen Anteil der Verwaltungsarbeit über digitale Tools und KI erledigen lassen könnten? Wieviel mehr Zeit hätten sie dann für ihre eigentlichen Aufgaben: die Pflege von Sicherheit und Gesundheit?

Auch im Frühsommer 2025 zaudern viele der (oft älteren) Entscheider in Unternehmen weiterhin, wenn es um die Digitalisierung von Prozessen und die Nutzung von KI geht. Ihre Unwissenheit und Ignoranz tarnen sie mit Bedenken hinsichtlich Datenschutz oder der immer wieder genommenen Ausrede: „Wir würden ja gerne, aber wir haben keine Zeit.“

Oft ist es auch einfach die Angst vor Kontroll- oder Machtverlust oder fehlendes Vertrauen in die Mitarbeiter. Wer vor Ort im Büro sitzt, den kann man besser beaufsichtigen? Ein Trugschluss! Lesen Sie dazu meine Überlegungen aus den Covid-bedingten Anfängen des Themas Home-Office.

Neue Stars am Arbeitsmarkt

Was in 100 Jahren sein wird, kann ich nicht absehen. Absehbar aber ist die Zukunft der Arbeit für die nächsten 10 bis 20 Jahre. Die Veränderungen sind ja schon in vollem Gange. Man muss sie nur zu Ende denken:

  • Jobs, die leichter durch Digitalisierung, KI und Automatisierung ersetzt werden können, werden tendenziell niedriger bewertet oder ganz von Maschinen übernommen: etwa Jobs in Verwaltung, Marketing, Werbung, Banking etc.. Berufe mit hohem KI-Anteil werden vielleicht nicht verschwinden: Aber sie wandeln sich in Richtung Steuerung, Kontextualisierung und ethischer Verantwortung.
  • Jobs, die mehr vom persönlichen Einsatz qualifizierter Arbeitskräfte leben, werden eine höhere Bewertung erfahren: Gesundheits- und Pflegedienstleister, Handwerker, Gastronomen, Psychologen, Landwirte und natürlich Unternehmer, die Ideen auf den Weg bringen.

Daher halte ich es für sehr naheliegend, dass das alte Standesdenken revolutioniert wird  – dass Berufe hinsichtlich Ansehen und Bezahlung nach oben schießen, die in der Vergangenheit eher als graues Mittelmaß galten. Und umgekehrt.